
Myanmar: Update zur Lage in Erdbebengebieten
- Teams von Ärzte ohne Grenzen eingetroffen
- Viele eingestürzte Gebäude; Strom- und Wasserversorgung stark eingeschränkt
Teams von Ärzte ohne Grenzen sind in den betroffenen Erdbebengebieten in Mandalay und dem Süden des Bundesstaates Shan eingetroffen. Fachleute aus den Bereichen Logistik sowie Wasser- und Sanitärversorgung evaluieren die Lage, um einen Notfalleinsatz bestmöglich vorzubereiten.
Die ersten Berichte aus Mandalay zeichnen ein katastrophales Bild. Zahlreiche Gebäude sind zerstört oder stark beschädigt. Viele Menschen leben auf der Straße oder verbringen die Nacht in Klöstern. Sie wollen nicht in beschädigte Gebäude zurückkehren und benötigen dringend sauberes Wasser und Latrinen. Die Stromversorgung in der Stadt ist stark eingeschränkt.
Ein Team von Ärzte ohne Grenzen in Mandalay berichtete von drei kleinen Nachbeben am Montag, die jedoch keine Folgeschäden verursacht haben. Der anhaltende Konflikt, Kommunikationsausfälle und Zugangsbeschränkungen machen es schwierig, das volle Ausmaß der Schäden und des medizinischen Bedarfs zu ermitteln. Zudem ist noch wenig über die Situation in entlegenen Gebieten bekannt. In den nächsten Tagen werden konkretere Informationen von den Erkundungsteams erwartet.
Ärzte ohne Grenzen konzentriert sich aktuell darauf, den konkreten Bedarf bei der Notfallversorgung zu ermitteln, um das bestehende Gesundheitssystem bei lebensrettenden Operationen zu unterstützen. Dafür wird festgestellt, welche Krankenhäuser funktionieren und welche Art der Unterstützung benötigt wird. Gesundheitseinrichtungen sind auf eine stabile Strom- und Wasserversorgung angewiesen, um lebensrettende Operationen oder Entbindungen durchführen zu können.
Zudem ist es in Situationen wie dieser oft notwendig, provisorische Strukturen zu errichten oder bestehende Einrichtungen mit medizinischen Gütern zu versorgen. Auch muss die regelmäßige Versorgung von Patient*innen mit chronischen Erkrankungen wie HIV/AIDS, Tuberkulose, Diabetes oder Bluthochdruck sichergestellt werden.
Der Einsatz erfahrener Teams und im Idealfall auch die schnelle Bereitstellung einer medizinischen Notfallversorgung ist in den ersten Stunden und Tagen nach einem Erdbeben von entscheidender Bedeutung. Außerdem ist es dringend notwendig, die Wasser- und Sanitärsituation zu verbessern, sofern sie eingeschränkt ist. Zugang zu sauberem Wasser ist essenziell für die Eindämmung von Infektionskrankheiten, die sich in derartigen Katastrophenkontexten schnell ausbreiten.
Ärzte ohne Grenzen steht in Kontakt mit den zuständigen Behörden. Das medizinische Personal der Organisation in Myanmar und den Nachbarländern bereitet sich darauf vor, die laufenden Hilfsmaßnahmen in Mandalay und Naypyitaw sowie in allen anderen betroffenen Gebieten zu unterstützen.
Wenngleich die abschließende Evaluation noch aussteht, wird das Ausmaß der Zerstörung immer deutlicher. Schon jetzt ist klar, dass eine massive Aufstockung der Hilfe dringend erforderlich ist, um weitere Todesfälle und Leid zu verhindern.
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